Für pflegende Angehörige - Unterstützung der Sorgearbeit der Angehörigen:

Im Landkreis Biberach stieg die Zahl der Pflegebedürftigen von 1999 bis 2013 um 52 Prozent auf 5.200 Personen (diese erhielten Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung).

 

Aktuell werden fast 2.100 Personen ausschließlich zu Hause versorgt. Weit mehr als die Hälfte der zu Pflegenden erhalten die Unterstützung ihrer Angehörigen, teilweise auch durch Freunde und Nachbarn. 

 

Im Laufe der Zeit überschreiten jedoch viele Angehörige bei ihrer Sorgearbeit die Grenzen der Belastbarkeit. Fast ein Fünftel klagt über depressive Phasen und über Gefühle des Alleingelassen-Werdens. Auch körperliche Erkrankungen sind häufiger. Hier können Gleichbetroffene eine Quelle für "geteiltes Leid", aber auch eine Ressource für Erfahrungen und Lösungen sein, die anderen zur Verfügung gestellt werden können. 

Statistik zur Pflege in Deutschland: hier (Statist. Bundesamt); vgl. auch Kreispflegeplan Landkreis Biberach: hier 

Mehr und mehr wird derzeit erkannt, dass die Konstruktion der sozialen Pflegeversicherung, auch mit ihren letzten Pflegestärkungsgesetzen, den Herausforderungen nicht gerecht werden kann, deswegen werden Alternativen vorgeschlagen, vgl.: www.pro-pflegereform.de  (seit Ende 2016) - einige Stichworte:

  • Trennung ambulant - stationär aufheben, zukünftig: Wohnen - Pflege, bedeutet Einführung gleicher Vergütungsformen bei häuslicher Pflege oder Pflege im Heim
  • Von der Pflegeversicherung als "Teilkasko" hin zu einer Vollversicherung mit fixem Eigenanteil (nach Berechnungen v. Prof. Rothgang, Bremen: im Durchschnitt 248.- Euro/Monat für amb./stat.) Gutachten vgl. www.pro-pflegereform.de
  • Nach diesen Berechnungen müsste der Pflegeversicherungsbeitragssatz des Einzelnen dazu um 0,7 Punkte erhöht werden
  • Angehörigenpflege muss besser honoriert werden, informelle Hilfenetze müssen gestärkt  und ein verbindlich finanziertes Quartiersmanagement eingeführt werden, dabei spielt die Förderung eines koordinierten freiwilligen Engagements eine wichtige Rolle
  • Durch Einführung einer Pflegevollversicherung werden die Kommunen entlastet und sie hätten für Sozialraum- und Pflegeförderung finanzielle Spielräume, ihre Altenhilfeplanung sollte verbindlich und regional ausgerichtet sein
  • Die genannten Vorschläge hätten auch positive Wirkungen im Hinblick auf die Personalsituation in der Pflege

Die Vertreterin der pflegenden Angehörigen im Kreispflegeausschuss Landkreis Biberach ist Margret Maas, Biberach.

Ratgeber/Broschüren/Links: hier